Am Dienstag, den 29. April 2008 um ca. 15.45 Uhr ruft Herr Matthias Huber von der Gebietsbauleitung Oberinntal der Wildbach- und Lawinenverbauung, Baubüro Imst den zuständigen Gebietsreisenden Herrn Kuhnert von der Firma Bauernfeind GmbH, A-4730 Waizenkirchen an, wie schnell man 300 lfm PP-MEGA-Rohre in der Dimension 500 mm liefern könne.
Herr Kuhnert entnimmt der fast zeitgleichen Information aus den Tiroler Nachrichten um 16.00 Uhr, dass oberhalb der Arlberg-Schnellstraße im Gemeindegebiet von Grins der Bezirkskrisenstab zusammen gekommen sei, weil auf Grund der starken Schneeschmelze und der ergiebigen Regenfälle durch zwei Bäche schon ein Hang leicht ins Rutschen gekommen ist.
Bäume stehen schon schief oder sind kurz vor dem Umfallen, und man müsse dringend die beiden Bäche umleiten und weiter unten wieder in das von der ASFINAG beim Bau des Strengener Tunnels errichtete Sammelbecken einleiten.
Somit war Herrn Kuhnert auch sofort die Ernsthaftigkeit der Anfrage klar. Ein Anruf in der Firma ergab, dass man gerade 500mm Rohre am produzieren sei, und man, wenn wirklich nötig, die Ware bereits am nächsten Tag um ca. 8.00 Uhr zustellen könne.
Herr Kuhnert fuhr umgehend zum Wildbach- und Lawinenverbauungs Büro nach Imst um weitere Details mit Herrn Huber und der Firma abzuklären.
Die Feuerwehr Grins unter der Leitung von Bürgermeister Lutz Thomas hatte schon den ganzen Tag mittels eines kleinen Staubeckens und Pumpaggregaten und einigen hundert Metern parallel verlegten Schläuchen das Schlimmste verhindern können. Um ca. 17.00 Uhr war durch die Entscheidung des Krisenstabes und der Gebietsbauleitung Oberland der Auftrag fix, und bei der Firma Bauernfeind begann eine hektische Nacht. Alle 18 min verließ ein Rohr mit 6 m Länge, 500 mm Innendurchmesser und nur ca. 75 kg schwer die Produktion.
Ganze 47 Stück (ca. 300 lfm), nicht viel Gewicht, aber viel Volumen wurden verladen, und zwei Fahrzeuge setzten sich um 03:00 Uhr in der Früh Richtung Landeck in Bewegung. Dort trafen Sie am Abladeplatz in Pians um 08:30 ein und wurden von der Fa. Prantauer umgehend ca. 6 km in das „Krisengebiet“ angeliefert wo die Rohre von einem halben Dutzend Wildbach-Mitarbeitern und von ca. 30 Soldaten der Pontlatz-Kaserne in Landeck in Empfang genommen wurden.
Auf Grund des geringen Gewichtes können die PP-MEGA-Rohre der Firma Bauernfeind auch in unwegsamen Gelände leicht verlegt werden, die gerippte Außenstruktur erleichtert das Anbinden an Bäumen und Pflöcken und vermindert die Gefahr des Abrutschens.
Zusammenfassend kann man sicher behaupten, dass eine derartige Lieferung von der Auftragsklarheit bis zur Zustellung innerhalb von ca. 14 Stunden, also über Nacht, wohl einmalig ist, und es sich doch auszahlt, mit einem inländischen, flexiblen und verantwortungsvollen Partner zusammenzuarbeiten. |